Sonne tanken ist jetzt wichtig

Vitamin D: Wann eine ergänzende Einnahme sinnvoll ist

VON MIRKO KONRAD

Mehr als 90 Prozent der Deutschen leiden im Winter unter einem Mangel an Vitamin D. Erst jetzt im Frühjahr, wenn die Sonneneinstrahlung intensiver wird, kann der Körper langsam wieder beginnen, die Vitamin-D-Reserven aufzufüllen.

„Gebildet wird Vitamin D durch das Einwirken der Sonnenstrahlen auf die Haut, wodurch Cholesterin in einen Vorläufer der aktiven Form des Vitamin D verwandelt wird", erklärt Dr. Laure Oschmann, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin aus Ahnatal (Landkreis Kassel). Erst ab Ende April, Anfang Mai setze die Vitamin-D-Synthese ein. Laut Oschmann geht mit einem Mangel an Vitamin D auch ein Nachlassen der körpereigenen Infektabwehr einher - gerade in Zeiten von Corona von besonderer Bedeutung. Vitamin D sei die Vorstufe eines wichtigen Hormons, das sehr viele Vorgänge im Stoffwechsel und vor allem auch im Immunsystem steuere. 

Oschmann spricht sich bei einem Vitamin-D-Mangel für eine Substitution aus, also die ergänzende Einnahme von Vitamin D, „und zwar in wirksamen Mengen, die deutlich über dem liegen, was üblicherweise empfohlen wird", wie sie sagt. Denn neben einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung, nehme Vitamin D einen wichtigen Platz in der Vorbeugung von viralen Infekten ein. Studien hätten positive Effekte auf Lungenentzündungen gezeigt. 

Laut dem Ernährungsexperten Prof. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik der DRK-Kliniken Nordhessen in Kassel, liegt die empfohlene Tagesdosis von Vitamin D bei 800 bis 1000 Einheiten pro Tag. Eine Substitution hält er nur dann für sinnvoll, wenn wirklich ein Mangel vorliegt. „Im Winter ist ein Vitamin-D-Mangel nichts Ungewöhnliches, wenn im Sommer ein Defizit auftritt, ist das problematisch", sagt er. Entscheidend sei deshalb der Zeitpunkt für die Messung des Vitamin-D-Spiegels. Löser: „Ideal für eine Messung wäre der Beginn des Herbstes." Auch für Risikogruppen sei eine ergänzende Vitamin-D-Einnahme sinnvoll, etwa für Menschen, die aus Altersgründen oder anderen Einschränkungen nicht regelmäßig durch Bewegung und Aufenthalte im Freien ihre Vitamin-D-Reserven auffüllen können. 

„Fast 90 Prozent der Frauen haben mit zunehmendem Alter ein erhöhtes Osteoporose-Risiko", sagt Löser. Auch für sie sei zur Vorbeugung von Knochenschwund eine Substitution gegebenenfalls sinnvoll. Die empfohlenen 800 bis 1000 Einheiten pro Tag sollten zur Vorbeugung von Osteoporose am besten mit 1000 Milligramm Kalzium kombiniert werden. Alternativ könnten alle 14 Tage 20 000 Einheiten eingenommen werden. 

Auch wenn eine Überdosierung von Vitamin D in der Regel keine Nebenwirkung hat, hält Löser nichts von der Gabe nach dem „Schrottschuss-Prinzip". Für die Bildung von Vitamin D und zur Osteoporose-Prävention seien vor allem körperliche Aktivität und Bewegung im Freien sowie eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie Milchprodukten wichtig. Für die Bildung von Vitamin reiche in den Frühjahr- und Sommermonaten eine Viertelstunde Tageslicht auf Kopf und Hände aus, vorausgesetzt, man trägt für diese Zeit keine Sonnenschutzmittel auf.

 

Text: Mirko Konrad (HNA)

Foto: PantherMedia / Anna Omelchenko

 

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