Hautkrebs: Gesicht ist besonders gefährdet

OP-Technik verhindert sichtbare Narben nach Entfernung – Vorbeugung wichtig

In den kommenden Monaten nehmen Sonnenscheindauer und -intensität wieder deutlich zu. Und damit steigt auch das Risiko für Hautkrebs, vor allem bei ungeschütztem Sonnenbaden. Besonders gefährdet ist der Gesichtsbereich.

Laut dem Robert-Koch-Instiut werden drei Viertel aller Hautkrebsarten dem weißen Hautkrebs zugeordneten, 60 Prozent der Betroffenen haben ihn im Gesicht. Rund 23 000 Menschen erkranken pro Jahr in ganz Deutschland an schwarzem Hautkrebs, der als Therapie eine frühzeitige und radikale Entfernung erfordert, sagt Prof. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an den DRK-Kliniken Nordhessen.

Terheyden und sein Team nutzen für diese Art der Operation nach den Angaben der Klinik bevorzugt die sogenannte lokale Lappenplastik, die kaum sichtbare Spuren hinterlasse. Die Gesichtschirurgen machen sich bei der OP die Hautstruktur der Patienten zunutze.

Terheyden erklärt das Verfahren: Es werden Schnitte entlang der vorhandenen Falten gesetzt, die Haut entfernt und angrenzende Haut über die offene Wunde geschoben. „An vielen Stellen im Gesicht und an den Lippen ist die Haut beweglich, das nutzen wir aus“, sagt der Gesichtschirurg. Schon nach vier bis sechs Wochen sei von den Narben auf diese Weise kaum noch etwas zu sehen. Die Lappenplastik sei eine Technik, die besonders Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen beherrschten. „Um den Krebs zu entdecken, setzen wir unter anderem auf das zweijährige Hautkrebs-Screening der Hautärzte“, sagt Terheyden. Sei die Diagnose gestellt, sei häufig ein chirurgischer Eingriff das Mittel der Wahl. Gerade im Gesicht sei chirurgisches Geschick gefragt, um sichtbare Narben zu verhindern. Zumal die Operateure beim Herausschneiden einen Sicherheitsabstand berücksichtigten – also etwas mehr herausschneiden, als der Tumor groß ist. Auf diese Weise werde sichergestellt, dass eventuell vereinzelte Krebszellen auch in der Umgebung des Tumors herausgeschnitten sind.

„Noch besser als ein chirurgischer Eingriff ist aber natürlich der Sonnenschutz durch Kleidung oder Sonnenmilch“, empfiehlt Terheyden, weist aber auch darauf hin, dass wir die Sonne brauchen, um Vitamin D zu bilden. Wie fast immer sei auch beim Thema Sonneneinstrahlung die richtige Balance wichtig.

 

Text: mik / hna

Foto: Dan Race - Fotolia

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